Heute anfangen statt perfekt timen: Warum Zeit dein bester Verbündeter am Aktienmarkt ist

Daria Heisiph
Content Managerin
Sunrise Podcast
25.9.2026
9.25.2026
5 Minuten

Der September gilt als klassischer Anlassmonat: Der Sommer ist vorbei, die Agenda füllt sich wieder und viele nehmen sich vor, endlich mit dem Investieren anzufangen. Doch dann kommt die entscheidende Frage: Ist jetzt überhaupt der richtige Zeitpunkt? Und was, wenn die Märkte danach fallen? Sunrise Fondsmanager Thomas Niss gibt eine klare Antwort und räumt dabei mit einem der hartnäckigsten Mythen rund ums Investieren auf.

Was bedeutet „Time the Market" und warum funktioniert es nicht?

Es gibt viele Strategien, um am Aktienmarkt Überrenditen zu erzielen. Eine davon ist Market Timing: den richtigen Moment zu erwischen, wann man einsteigt und wann man wieder rausgeht. In der Theorie klingt das verlockend. In der Praxis scheitert es fast immer.

„Die empirische und auch die theoretische Foundation dafür ist relativ klar, dass das ein sehr schwieriges Unterfangen ist", erklärt Thomas. Seine Überzeugung nach fast 30 Jahren in der Finanzbranche: Time in the Market beats Timing the Market. Je länger man investiert bleibt, desto mehr zählt das – weit mehr als der perfekte Einstiegspunkt.

Seine Begründung: Wer den Markt dauerhaft und verlässlich timen könnte, würde astronomische Renditen erzielen. Solche Menschen gibt es kaum. Und selbst wenn kurzfristig Muster erkennbar sind (wie das bekannte „Sell in May and Go Away") werden sie von institutionellen Anlegern mit automatisierten Systemen sofort aufgelöst, lange bevor Kleinanleger davon profitieren könnten.

Was kostet es wirklich, zu warten?

Viele wissen, dass Investieren langfristig funktioniert. Und trotzdem warten sie. Was sie dabei übersehen: Warten hat einen Preis, auch wenn er unsichtbar ist. Thomas nennt ihn beim Namen: Opportunitätskosten. Also die Erträge, die man nicht generiert, weil man noch nicht investiert ist. Bei Sunrise sind Transaktionen kostenlos: kein Ausgabeaufschlag, kein Bid-Ask-Spread. Was zählt, ist ausschließlich die Zeit, in der das Geld investiert ist.

Das Prinzip dahinter ist ähnlich dem Zinseszinseffekt: Erträge bauen auf Erträgen auf, immer wieder. Gerade ab Zeiträumen von 20 bis 25 Jahren steigen die Endsummen sprunghaft an, ein Effekt, den viele drastisch unterschätzen. Wer fünf Jahre länger investiert bleibt, kann einen massiven Unterschied im Endvermögen feststellen.

Kurzfristig hingegen ist Investieren am Aktienmarkt kein guter Deal. Das gibt Thomas offen zu: „Man muss eigentlich ständig damit rechnen, dass es auch einmal 30, 40 Prozent nach unten geht." Der Deal wird erst gut nach drei bis fünf Jahren, wenn genug Erwartungsrendite aufsummiert ist, um auch eine starke Korrektur auszugleichen.

Was zeigen die Sunrise-Daten nach fast 10 Jahren?

Sunrise hat eine besondere Möglichkeit: die eigenen Kundendaten über fast zehn Jahre zu analysieren. Was dabei herauskommt, ist eindeutig.

Sparpläne schlagen fast alles. Die kapitalgewichtete Rendite (also die Rendite, die Kunden tatsächlich erwirtschaften) liegt bei Sparplänen regelmäßig über der reinen Fondsrendite. Der Grund ist das Dollar-Cost-Averaging: Wer monatlich einen fixen Betrag investiert, kauft bei fallenden Kursen automatisch mehr Anteile und baut so mehr Substanz auf, als in einem steigenden Markt.

Konkrete Zahlen aus der Sunrise-Historie: Einjährige Sparpläne reichten von minus 40 bis plus 50 Prozent – je nach Einstiegszeitpunkt. Zweijährig: minus 20 bis plus 30. Dreijährig: noch minus 10 bis plus 20. Ab vier Jahren: kein einziger negativer Sparplan mehr in der gesamten Sunrise-Geschichte. Aktuell liegt die mediane kapitalgewichtete Rendite über alle Kunden bei rund 14 bis 15 Prozent pro Jahr.

Investitionen bieten Chancen auf Wertsteigerungen und Erträge, sind jedoch auch mit erheblichen Risiken verbunden. Zu den Chancen zählen potenzielle Kursgewinne und Dividendenausschüttungen. Risiken umfassen Markt-, Kredit- und Liquiditätsrisiken sowie das Risiko des vollständigen Verlusts des investierten Kapitals.

Doch was die Daten auch zeigen: Das schädlichste Verhalten ist nicht das falsche Timing beim Einstieg, sondern das frühzeitige Verkaufen. Besonders in Phasen, in denen Fondspreise gestiegen sind, neigen Anleger dazu, zu verkaufen. In einem Markt, der danach weiterstieg, hat das Rendite gekostet.

Was tun, wenn man Angst vor dem Einstieg hat?

„Was mag vielleicht wenig intuitiv klingen", sagt Thomas und formuliert dann einen Gedanken, der viele überrascht: Wer gerade anfängt zu investieren, sollte sich freuen, wenn die Märkte fallen. Der Grund ist simpel: In einem fallenden Markt kauft man Vermögenswerte günstiger. Die Wahrscheinlichkeit, langfristig gut abzuschneiden, steigt. Warren Buffett hat das vor Studierenden der Columbia University so formuliert: In eurem Alter müsst ihr euch einen fallenden Markt wünschen, weil ihr noch jahrzehntelang kaufen werdet.

Niemand kann vorhersagen, was die Zukunft bringt. Aber wer investiert bleibt und den Sparplan laufen lässt, gibt diesen Unsicherheiten keine Chance, langfristig zu schaden. Welche konkreten Fehler Anleger dabei immer wieder machen und wie man sie vermeidet, zeigt unser Artikel zu den häufigsten Fehlern beim Investieren.

Warum fällt es trotzdem so vielen schwer anzufangen?

Thomas geht auch der Frage nach, warum Menschen trotz allem Wissen nicht anfangen. Seine Analyse ist ehrlich und vielschichtig. Einerseits das psychologische Phänomen der Verlust-Aversion: 100 Euro zu verlieren fühlt sich deutlich schlimmer an als 100 Euro zu gewinnen, obwohl es derselbe Betrag ist. Das lähmt viele, bevor sie überhaupt beginnen.

Andererseits eine historisch begründete Skepsis: Jahrzehntelang haben hohe Fixkosten dafür gesorgt, dass kleine Anleger kaum etwas verdienen konnten. Ein Sparplan über 30 Euro mit 15 Euro Gebühr pro Transaktion ergibt keinen Sinn. Dieses Bild hat sich festgesetzt, obwohl sich die Realität dramatisch verändert hat. Heute sind variable Kosten ohne Fixkosten die Norm und auch mit kleinen Beträgen lässt sich echtes Vermögen aufbauen.

Und schließlich die schwierigste psychologische Hürde: heute auf etwas zu verzichten für einen potenziellen Gewinn morgen. Je unsicherer die Zukunft wirkt, desto schwerer fällt dieser Schritt. Wie viel man dabei monatlich zurücklegen sollte, damit der Aufbau wirklich funktioniert, erklärt unser Artikel zur richtigen Sparquote.

Was ist das Geheimrezept für langfristigen Anlageerfolg?

Thomas bringt es auf den Punkt: Breit gestreuten Aktienfonds kaufen. Sparplan starten. Jedes Jahr um rund 3 Prozent erhöhen. 30 Jahre laufen lassen.

Das war's. Kein Timing, keine Prognosen, keine Umschichtungen. Und idealerweise: den Sparplan bei jeder Gehaltserhöhung anpassen. Was ein breit gestreuter Aktienfonds überhaupt ist und wie er funktioniert, erklärt unser Artikel Was ist ein Aktienfonds – einfach erklärt.

Fazit: Wann ist der beste Zeitpunkt zum Investieren?

Heute. Nicht nächsten Monat, nicht wenn die Märkte besser aussehen, nicht wenn du mehr verdienst. Jetzt.

Die Zeit am Markt ist mächtiger als jedes Timing. Und wer früh anfängt, profitiert jahrzehntelang vom Zinseszinseffekt. Wie viel dieser Effekt ausmacht und warum wirklich jeder anfangen kann, erklärt unser Artikel Warum der beste Zeitpunkt zum Investieren heute ist.

Disclaimer / Risikohinweis

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Die in dieser Marketingmitteilung enthaltenen Informationen dienen ausschließlich Informationszwecken und stellen weder eine Anlageberatung noch eine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar, noch ist sie als Aufforderung anzusehen, ein Angebot zum Abschluss eines Vertrages über Wertpapierdienstleistungen oder -nebendienstleistungen abzugeben. Da diese Mitteilung nicht die individuellen Ziele, die finanzielle Situation oder die besonderen Bedürfnisse des Empfängers beurteilt, ist es umso wichtiger, diese Aspekte vor einer Investitionsentscheidung sorgfältig zu prüfen und gegebenenfalls unabhängigen fachlichen Rat einzuholen. Weiters sollten vor einer Investitionsentscheidung die relevanten Dokumente (Prospekt, Basisinformationsblatt – KID, Jahres- und Halbjahresbericht) sorgfältig gelesen werden. Der veröffentlichte Prospekt und das Basisinformationsblatt sind kostenlos in deutscher Sprache auf der Website https://www.iqam.com/de/fonds/?category=partnerfonds abrufbar. Sie enthalten detaillierte Informationen über Chancen und Risiken. Vergangene Wertentwicklungen sind keine Garantie für zukünftige Ergebnisse. Währungsschwankungen können die Gesamtrendite der ursprünglichen Anlage negativ beeinflussen.
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„Time in the Market beats Timing the Market. Je länger man im Markt ist, das ist deutlich relevanter als den Markt tatsächlich zu timen." Thomas Niss

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