Altersvorsorge privat aufbauen: So viel musst du wirklich sparen

Daria Heisiph
Content Managerin
Sunrise Podcast
3.5.2026
Minuten

Die meisten Menschen wissen, dass sie fürs Alter vorsorgen sollten. Doch wie viel ist genug? Und was bleibt nach Inflation, Steuern und Lebenshaltungskosten wirklich übrig? Thomas Niß und Daria Hajsip vom Sunrise Capital Podcast haben sich in ihrer neuesten Folge genau dieser Frage gewidmet – mit ernüchternden, aber wichtigen Erkenntnissen.

Drei Säulen – und warum die erste allein nicht reicht

In den meisten kontinentaleuropäischen Ländern basiert die Altersvorsorge auf drei Säulen: der staatlichen Pension, der betrieblichen Vorsorge und der privaten Absicherung. Das Problem: In die erste Säule fließt zwar ein erheblicher Teil des Bruttogehalts, doch die Renditen sind aufgrund strenger gesetzlicher Anlagevorschriften gering. Dazu kommt das sogenannte Umlageverfahren – die heutigen Einzahlungen finanzieren nicht die eigene Rente, sondern die der aktuellen Rentnergeneration. Bei einer schrumpfenden Erwerbsbevölkerung und einem steigenden Healthy Lifespan ist dieses System unter Druck.

Das Rechenbeispiel: 500 Euro monatlich über 30 Jahre

Thomas Niß hat ein anschauliches Modell durchgerechnet: Wer heute mit 35 Jahren beginnt, monatlich 500 Euro in einen renditestarken Aktienfonds zu investieren, den Sparbetrag jährlich um 3 % erhöht und dabei eine durchschnittliche Rendite von 8 % erzielt, kommt nach 30 Jahren auf knapp eine Million Euro. In der anschließenden Entnahmephase – ebenfalls 30 Jahre – kann man monatlich rund 3.700 Euro entnehmen, wobei dieser Betrag ebenfalls jährlich um 3 % steigt. Klingt beeindruckend. Doch in heutiger Kaufkraft entsprechen diese 3.700 Euro lediglich rund 1.600 Euro – und nach Abzug der Kapitalertragssteuer von 27,5 % in Österreich (bzw. rund 26 % in Deutschland) sinkt die reale monatliche Kaufkraft auf etwa 1.300 Euro.

Inflation ignorieren ist ein teurer Fehler

Ein zentraler Punkt der Podcastfolge: Wer seinen Sparbetrag nicht regelmäßig an die Inflation anpasst, verliert real an Kaufkraft – sowohl in der Ansparphase als auch in der Entnahmephase. Die einfache Lösung: den monatlichen Sparbetrag jedes Jahr um die erwartete Inflationsrate erhöhen. Wer das konsequent tut, schützt nicht nur sein Ersparnisvolumen, sondern sichert sich auch eine inflationsgeschützte Entnahme im Ruhestand.

Früh starten schlägt alles – auch eine höhere Rendite

Interessant ist der Vergleich, den Thomas im Podcast anstellt: Eine Steigerung der Rendite von 8 auf 10 % erhöht die spätere Kaufkraft von rund 1.600 auf knapp 2.000 Euro – ein netter Effekt, aber kein Game Changer. Wer hingegen früher anfängt zu sparen, profitiert exponentiell stärker vom Zinseszinseffekt. Wer mit 25 statt mit 35 beginnt, kann mit dem gleichen monatlichen Betrag ein deutlich höheres Endkapital aufbauen. Die wichtigste Stellschraube ist also nicht die Renditeoptimierung, sondern der Startzeitpunkt.

Die Faustregel: Ein Zehntel des Nettoeinkommens

Für alle, die nicht mit detaillierten Spreadsheets planen möchten, gibt Thomas eine einfache Daumenregel: Wer jährlich ein Zehntel seines Nettojahreseinkommens für die Altersvorsorge zurücklegt, ist auf einem guten Weg. Wer das nicht kann, sollte zumindest so früh wie möglich mit einem kleineren Betrag beginnen – denn auch 100 Euro monatlich, konsequent über 30 Jahre angelegt, können einen bedeutenden Unterschied machen.

Das Altersvorsorge-Depot 2027 in Deutschland

Ab 2027 plant Deutschland die Einführung eines neuen Altersvorsorge-Depots, das gezielt die private Vorsorge fördern soll. Wer jährlich bis zu 1.800 Euro einzahlt, erhält vom Staat einen Zuschuss von 450 Euro. Das entspricht einer staatlichen Förderquote von 25 % – ein erheblicher Vorteil, der die Attraktivität privater Aktienanlagen für die Altersvorsorge deutlich erhöht. Österreich blickt gespannt auf das Nachbarland und hofft auf ein ähnliches Modell in naher Zukunft.

Fazit: Einfach anfangen – und dabei bleiben

Die Botschaft von Thomas und Daria ist klar: Private Altersvorsorge ist kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit. Je einfacher das gewählte System, desto besser die Chancen, es langfristig durchzuhalten. Wer auf günstige, breit diversifizierte Produkte setzt, früh beginnt und seinen Sparbetrag regelmäßig anpasst, legt den Grundstein für einen finanziell sicheren Ruhestand – auch wenn das staatliche System weniger leistet, als viele heute noch erwarten.

Die staatliche Pensionsvorsorge allein reicht für den meisten Menschen nicht aus, um im Alter den gewohnten Lebensstandard zu halten – private Altersvorsorge ist unverzichtbar. Wer monatlich 500 Euro über 30 Jahre mit 8 % Rendite anspart und den Betrag jährlich um 3 % erhöht, erreicht knapp eine Million Euro, kann daraus aber nur eine reale Kaufkraft von rund 1.300 bis 1.600 Euro monatlich entnehmen. Der wichtigste Faktor ist dabei nicht die Rendite, sondern der Zeitpunkt des Starts – je früher, desto mächtiger wirkt der Zinseszinseffekt.

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