„Wie viel Rendite macht ihr so?“ ist die Frage, die ich am häufigsten bekomme. Klar, ich verstehe, warum diese Frage so naheliegt. Am Ende des Tages will jeder wissen, ob sich sein Geld vermehrt. Aber genau diese Frage – so gestellt – führt fast immer zu falschen Erwartungen. Denn Performance ist leider keine feste Zahl. Sie ist das Ergebnis von Zeit, Risikotragfähigkeit, Zufall und Disziplin, die alle gleichzeitig wirken.
Deshalb möchte ich in diesem Artikel einmal ausführlich über Performance sprechen: was sie eigentlich ist, warum sie schwankt, warum „gute“ Performance so schwer zu definieren ist und warum wir bei Sunrise uns entschieden haben, auf unserer Performance-Seite radikal transparent zu sein.
Was bedeutet Performance eigentlich?
Performance ist im Kern nichts anderes als die Wertentwicklung eines investierten Betrags über einen bestimmten Zeitraum. Klingt simpel, ist es aber nicht, weil die entscheidende Frage immer lautet: über welchen Zeitraum, und im Vergleich zu wem oder was?
Eine Rendite von 8 % in einem Jahr kann hervorragend sein, wenn der Gesamtmarkt in derselben Zeit gefallen ist. Sie kann aber auch enttäuschend sein, wenn vergleichbare Anlagen 15 % erzielt haben. Performance ergibt also nur im Kontext einen Sinn: im Kontext der Zeit, des Risikos, das dafür eingegangen wurde, und der Alternativen, die zur Verfügung standen. Genau das ist der Grund, warum wir bei Sunrise nicht nur eine einzelne Kennzahl zeigen, sondern Daten über verschiedene Haltedauern hinweg – von zwölf Monaten bis zu acht Jahren und mehr – auf unserer Performance-Seite offenlegen.
Warum schwankt Performance so stark und ist das schlecht?
Kurzfristig ist Performance vor allem eines: launisch. An der Börse bewegen sich Kurse täglich, manchmal dramatisch, meistens aus Gründen, die mit dem täglichen Geschäft eines Unternehmens wenig zu tun haben – etwa Zinsentscheidungen, geopolitische Nachrichten, Stimmungen oder Algorithmen, die aufeinander reagieren. Wer nur zwölf Monate investiert bleibt, nimmt an diesem Rauschen in voller Lautstärke teil.
Was die Sunrise-Daten über kurze Haltedauern zeigen
Auf unserer Performance-Seite sieht man das sehr deutlich: Bei einer Haltedauer von zwölf Monaten reichte die Bandbreite für Sparpläne mit dem Standortfonds Österreich historisch von rund −37 % bis +50 %, und in etwa einem Viertel der Fälle stand am Ende ein Minus.
Das klingt zunächst beängstigend. Ist es aber nur, wenn man den Zeithorizont ignoriert. Je länger man investiert bleibt, desto mehr verliert das kurzfristige Rauschen an Bedeutung und desto mehr tritt das eigentliche Fundament in den Vordergrund: Unternehmen, die wachsen, Volkswirtschaften, die sich über Jahrzehnte entwickeln.
Was die Sunrise-Daten über lange Haltedauern zeigen
In unserer bisherigen Historie hat kein Sparplan mit einer Laufzeit von mindestens vier Jahren am Ende eine negative Jahresrendite erzielt. Bei acht Jahren lag die schlechteste beobachtete Rendite eines monatlichen Sparplans auf den Standortfonds Österreich bei 9,2 % pro Jahr, der Median bei 11,6 %. Zeit ist damit nicht nur ein Faktor unter vielen – Zeit ist wahrscheinlich der wichtigste Hebel, den Anlegerinnen und Anleger überhaupt haben, und einer der wenigen, den man selbst kontrollieren kann.
Wichtig ist aber auch: Es wird Marktphasen geben, in denen selbst Sparpläne mit mehr als vier Jahren Laufzeit im Minus stehen. Bei Fonds und Indizes, die es schon länger gibt als unsere, ist genau das bereits passiert. Wer zum Beispiel 1998 einen Sparplan auf einen Weltindex startete und nach zehn Jahren verkaufte, landete mitten im Tief der globalen Finanzkrise 2008 – und stand trotz zehn Jahren Sparen im Minus. Aber auch hier gilt: Wer ein paar Jahre länger durchhielt, war wieder im Plus.
Warum die „Durchschnittsrendite“ eine gefährlich einfache Zahl ist
Ich sehe es oft: Ein Anbieter wirbt mit einer beeindruckenden Durchschnittsrendite der letzten Jahre, und viele nehmen diese Zahl als Versprechen für die Zukunft. Das Problem dabei ist nicht, dass die Zahl falsch wäre. Das Problem ist, was sie verschweigt.
Ein Durchschnitt sagt nichts darüber, wie hoch die Schwankung um diesen Durchschnitt herum war. Er sagt nichts darüber, ob jemand, der zum ungünstigsten Zeitpunkt eingestiegen ist, überhaupt eine positive Erfahrung gemacht hat. Und er sagt nichts darüber, wie sich die Rendite verändert, wenn man nicht die letzten fünf, sondern die letzten fünfzehn Jahre betrachtet. Genau deshalb reicht uns bei Sunrise eine einzelne Durchschnittszahl nicht: Wir zeigen die kapitalgewichtete Jahresrendite über alle aktiven Depots seit Gründung des Unternehmens – unabhängig davon, wann jemand eingestiegen ist oder wie groß das Portfolio war. Auch Depots, die bereits geleert, aber nicht gekündigt wurden, bleiben enthalten.
Was maximale Transparenz für uns bei Sunrise bedeutet
Auf unserer Performance-Seite findest du nicht nur eine Zahl, sondern die echten Daten aus allen aktiven Konten seit unserer Gründung – Monat für Monat, über verschiedene Haltedauern hinweg, inklusive der Bandbreite zwischen dem besten und dem schlechtesten Verlauf. Lediglich das oberste und unterste ein Prozent der Portfolios blenden wir bei der Visualisierung aus, damit die Darstellung nicht durch Ausreißer verzerrt wird. Denn insbesondere wenn Depots einmal geleert und dann wieder bespart wurden, spielt die Berechnung der kapitalgewichteten Rendite ab und an verrückt.
Diese Haltung hat übrigens auch etwas mit unserer Philosophie zum Investieren insgesamt zu tun. Wer verstehen möchte, warum es sich lohnt, heute mit dem Investieren anzufangen und nicht erst morgen, oder wissen will, wie ein Aktienfonds eigentlich funktioniert, findet in unseren anderen Artikeln mehr Hintergrund. Performance lässt sich nämlich nur einordnen, wenn man auch versteht, wie die zugrunde liegenden Bausteine funktionieren. Deswegen halten wir Sunrise auch so einfach wie möglich.
Besonders ans Herz legen möchte ich dir meinen Essay „Die Mechanik des langfristigen Investierens“. Darin erkläre ich, warum die Renditen, die du erwarten kannst, sowohl nach oben als auch nach unten begrenzt sind.
Warum ich gerne über die Herausforderungen spreche
Auch wenn es attraktiv ist, über die beeindruckenden Renditen zu sprechen – das bringt kurzfristig viel Aufmerksamkeit –, würde es bedeuten, genau die Erwartungshaltung zu erzeugen, die später zu Enttäuschung führt. Und genau das ist einer der häufigsten Fehler beim Investieren: verkaufen, wenn es schlecht läuft, und einsteigen, wenn es schon zu spät ist.
Das Ziel, das ich mit der Performance-Seite erreichen möchte, ist, dir ein realistisches Bild zu geben, das dir hilft, eine Entscheidung zu treffen, mit der du auch in einem schwierigen Jahr noch gut schlafen kannst. Deshalb ist die Performance-Seite für mich ein Werkzeug für Erwartungsmanagement. Sie soll dir helfen zu verstehen, dass es Jahre geben wird, in denen es nicht gut aussieht. Und genau das ist normal – solange der Zeithorizont stimmt.
Was das für dich bedeutet
Wenn du das nächste Mal eine Rendite-Zahl siehst – bei uns oder bei irgendeinem anderen Anbieter – stell dir drei Fragen: Über welchen Zeitraum wurde sie berechnet? Wie groß war die Schwankung um diesen Wert herum? Und würde ich diese Zahl auch dann noch aushalten, wenn sie in einem einzelnen Jahr deutlich negativ ausfällt?
Performance ist kein Versprechen. Sie ist auch kein Zufall. Sie ist das Ergebnis von Zeit, Risiko und der Disziplin, in schwierigen Phasen nicht die Nerven zu verlieren. Schau dir gerne unsere vollständige Performance-Historie an, und wenn du Fragen dazu hast, schreib uns einfach. Wir stehen dazu, jede Zahl zu erklären.
Häufig gestellte Fragen zur Performance
Ist eine hohe Durchschnittsrendite ein Versprechen für die Zukunft?
Nein. Eine Durchschnittsrendite zeigt nur einen einzelnen Wert aus der Vergangenheit und sagt nichts über die Schwankung darum oder über zukünftige Ergebnisse aus. Vergangene Wertentwicklungen sind keine Garantie für zukünftige Ergebnisse.
Ab welcher Haltedauer sinkt das Risiko einer negativen Rendite?
In der bisherigen Historie von Sunrise hat kein Sparplan mit einer Laufzeit von mindestens vier Jahren am Ende eine negative Jahresrendite erzielt. Bei einer Haltedauer von zwölf Monaten lag dagegen in rund einem Viertel der Fälle ein Minus vor.
Warum zeigt Sunrise nicht nur eine einzelne Kennzahl?
Weil eine einzelne Zahl nichts über Schwankung, Einstiegszeitpunkt oder Zeitraum aussagt. Auf der Performance-Seite zeigen wir deshalb die kapitalgewichtete Jahresrendite über alle aktiven Depots seit Gründung, über mehrere Haltedauern hinweg.
Disclaimer / Risikohinweis
Wichtige Informationen:
Die in dieser Marketingmitteilung enthaltenen Informationen dienen ausschließlich Informationszwecken und stellen weder eine Anlageberatung noch eine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar, noch ist sie als Aufforderung anzusehen, ein Angebot zum Abschluss eines Vertrages über Wertpapierdienstleistungen oder -nebendienstleistungen abzugeben. Da diese Mitteilung nicht die individuellen Ziele, die finanzielle Situation oder die besonderen Bedürfnisse des Empfängers beurteilt, ist es umso wichtiger, diese Aspekte vor einer Investitionsentscheidung sorgfältig zu prüfen und gegebenenfalls unabhängigen fachlichen Rat einzuholen. Weiters sollten vor einer Investitionsentscheidung die relevanten Dokumente (Prospekt, Basisinformationsblatt – KID, Jahres- und Halbjahresbericht) sorgfältig gelesen werden. Der veröffentlichte Prospekt und das Basisinformationsblatt sind kostenlos in deutscher Sprache auf der Website https://www.iqam.com/de/fonds/?category=partnerfonds abrufbar. Sie enthalten detaillierte Informationen über Chancen und Risiken. Vergangene Wertentwicklungen sind keine Garantie für zukünftige Ergebnisse. Währungsschwankungen können die Gesamtrendite der ursprünglichen Anlage negativ beeinflussen.
Die Marke Sunrise wird von der Sunrise Securities GmbH bereitgestellt. Sunrise Securities GmbH übernimmt keine Gewähr für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität der enthaltenen Informationen.





