Trump, Dollar-Schwäche und US-Exposure: Was europäische Anleger jetzt wissen müssen

Daria Heisiph
Content Managerin
Sunrise Podcast
2.2.2026
2.2.2026
5 Minuten

US-Aktien im Portfolio: Zwischen Notwendigkeit und Währungsrisiko

Die Schlagzeilen überschlagen sich: Trump-Zölle, Grönland-Ambitionen, aggressive Handelspolitik. Viele Anleger fragen sich: Ist mein Portfolio mit hohem US-Exposure noch sicher? Sunrise Capital Fondsmanager Thomas Niss gibt in der neuesten Podcast-Folge eine differenzierte Antwort und räumt mit einigen Mythen auf.

Die Dollar-Illusion: Wenn Währungsgewinne Performance vortäuschen

„Das Währungsrisiko, das ich mir damit einkaufe, ist viel zu hoch", erklärt Thomas über traditionelle Weltaktienfonds mit 75% US-Exposure. Was viele Anleger übersehen: Die hervorragende Performance dieser Produkte in den vergangenen Jahren hatte weniger mit der Aktienperformance zu tun als mit dem erstarkenden US-Dollar.

2025 zeigt die Kehrseite: Mit einer Dollar-Abwertung von rund 12% gegenüber dem Euro verlieren Euro-Anleger automatisch Rendite – selbst wenn die US-Aktienmärkte steigen. „Das merkt man schon auch in der Performance, gerade wenn man in Finanzinstrumente investiert ist, die eben sehr US-Dollar lastig sind", betont Thomas.

Der Fremdwährungskredit im Aktienmantel

Thomas schließt einen provokanten Vergleich an: „Das ist einfach ein Risiko, das wie ein Fremdwährungskredit fasst, muss man ganz klar sagen." Während niemand auf die Idee käme, sein Haus in US-Dollar zu finanzieren, halten viele Anleger 75% ihres Portfolios in einer Fremdwährung.

Das Grundprinzip: In einer Währung anzulegen, in der man nicht sein Geld ausgibt, erhöht das Risiko unnötig. „Auch ein Unternehmen, das genau diese Situation hat, würde eher dann das Währungsrisiko aktiv sogar hedgen", erklärt Thomas – was für Privatanleger aber aufgrund der hohen Kosten keine Option ist.

30% statt 75%: Der Sunrise-Ansatz

Die Sunrise-Fonds fahren bewusst nur rund 30% US-Exposure und haben trotzdem „herausragende Ergebnisse erzielt in den letzten Jahren". Wie ist das möglich?

Der Schlüssel liegt im Standortgedanken: Sunrise investiert dort in US-Unternehmen, wo es notwendig ist (vor allem Tech), setzt aber in anderen Sektoren konsequent auf europäische Alternativen:

  • Grundnahrungsmittel: Europäische Hersteller mit lokalem Marktanteil
  • Energie: Öl-, Gas- und Energieversorgungsunternehmen aus Europa
  • Utilities: Lokale Infrastruktur-Anbieter
  • Telekommunikation: Europäische Netzanbieter

„Warum soll ich in den amerikanischen Anbieter investieren? Das macht aus meiner Sicht auch keinen Sinn", fragt Thomas rhetorisch.

Tech bleibt amerikanisch – und das ist okay

Ehrlichkeit gehört zur Anlagephilosophie: „Im Technologiesektor ist unser gesamtes Portfolio oder ich würde mal sagen, wahrscheinlich auch 75%, 80% unseres Portfolios in US-Titel investiert."

Warum? Weil hier die Wertschöpfung tatsächlich in den USA stattfindet und Europa schlicht keine vergleichbaren Alternativen bietet. „Wir haben es in Europa einfach nicht auf die Reihe gebracht in den letzten Jahrzehnten", gibt Thomas unverblümt zu.

Diese „Demut" gegenüber amerikanischer Innovationskraft verhindert aber nicht, in allen anderen Sektoren konsequent auf geografische Diversifikation zu setzen.

Trump und die Märkte: Panik oder Chance?

Sollten Anleger jetzt ihre US-Positionen verkaufen? Thomas' Antwort ist ein klares Nein – mit Nuancen.

Seine Einschätzung zur Trump-Politik:

  • Die Performance des Aktienmarkts ist für Trump extrem wichtig („er hat von einer Verdopplung gesprochen")
  • Die aggressive Kommunikation ist neu, die Politik dahinter oft nicht
  • Strukturelle Herausforderungen (Arzneimittelpreise, Handelsbilanz) werden angegangen
  • Ein schwächerer Dollar ist politisch gewollt

„Dass der amerikanische Aktienmarkt große Hits nimmt, aufgrund dieser Art und Weise, wie sich die amerikanische Politik momentan zeigt [...] sehe ich eigentlich keine Riesenherausforderung", beruhigt Thomas.

Die Medien-Verzerrung: Rohdokumente statt Schlagzeilen

Ein bemerkenswerter Tipp von Thomas: „Ich höre mir lieber die Rohdokumente an, wenn man so möchte." Seine Empfehlung: Die Trump-Rede in Davos im Original anhören statt gefiltert durch Zeitungskommentare.

„Ich bin mir nicht so sicher, ob jeder das, was er dann im Nachhinein in den Zeitungen gelesen hat, dort wiederfinden würde", bemerkt er kritisch zur Medienberichterstattung.

Lesetipp: Für ein tieferes Verständnis der amerikanischen Politik empfiehlt Thomas „Hillbilly Elegy" von J.D. Vance – „ein einmaliger Einblick in die tatsächliche Gedankenwelt des inneren Kreises der amerikanischen heutigen Führungselite".

Portfolio-Check: Was jetzt zu tun ist

Thomas' Empfehlungen für Anleger:

✓ Kritisch prüfen: Wer 75% US-Exposure hat, sollte sich das „tatsächlich überlegen"

✓ Währungsrisiko beachten: Besonders in Zeiten struktureller Dollar-Schwäche

✓ Nicht in Panik verfallen: Der US-Markt bleibt wichtig und innovativ

✓ Sektorweise denken: In Tech führt kaum ein Weg an den USA vorbei, in anderen Sektoren schon

✗ Keine Timing-Spiele: Politische Unsicherheit ist kein Verkaufsgrund

Fazit: Balance statt Extreme

„Ich glaube, was unser Produkt betrifft, wir haben eine sehr gute Balance, an die ich nach wie vor glaube", fasst Thomas zusammen. Diese Balance bedeutet:

  • 30% US-Exposure statt 75%
  • Tech-Fokus auf Innovation, wo sie stattfindet
  • Lokale Stärken in allen anderen Sektoren nutzen
  • Währungsrisiko minimieren ohne Hedging-Kosten

In Zeiten politischer Unsicherheit und struktureller Dollar-Schwäche zahlt sich dieser ausgewogene Ansatz aus – wie die Performance 2025 bereits gezeigt hat.

Die Kernbotschaft: US-Aktien gehören ins Portfolio, aber in der richtigen Dosis und mit Bewusstsein für das Währungsrisiko. Wer glaubt, der MSCI World sei „die Weisheit Schluss", sollte genauer hinschauen – besonders in Zeiten, in denen der Dollar schwächelt.

Disclaimer / Risikohinweis

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Die Marke Sunrise wird von der Sunrise Securities GmbH bereitgestellt. Sunrise Securities GmbH übernimmt keine Gewähr.

Die aktuelle US-Politik und die Dollar-Schwäche verunsichern viele Anleger. Doch ist das ein Grund zur Panik? Fondsmanager Thomas Niss erklärt, warum traditionelle Weltaktienfonds mit 75% US-Exposure ein gefährliches Währungsrisiko bergen und die Dollar-Abwertung bereits 2025 spürbare Performanceunterschiede verursacht hat. Mit nur 30% US-Exposure in den Sunrise-Fonds profitieren Anleger von einer ausgewogeneren geografischen Streuung ohne (!) auf die Innovationskraft amerikanischer Tech-Giganten zu verzichten.

Ein Kommentar

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