Wie viel US-Exposure ist für europäische Anleger wirklich sinnvoll – und was kostet zu viel Dollar-Risiko?
Die aktuelle US-Politik und die Dollar-Schwäche verunsichern viele Anleger. Doch ist das ein Grund zur Panik? Fondsmanager Thomas Niss erklärt, warum traditionelle Weltaktienfonds mit 75 % US-Exposure ein gefährliches Währungsrisiko bergen und die Dollar-Abwertung bereits 2025 spürbare Performanceunterschiede verursacht hat. Mit nur 30 % US-Exposure in den Sunrise-Fonds profitieren Anleger von einer ausgewogeneren geografischen Streuung – ohne auf die Innovationskraft amerikanischer Tech-Giganten zu verzichten.
Warum ist hohes US-Exposure für europäische Anleger ein unterschätztes Risiko?
Die Schlagzeilen überschlagen sich: Trump-Zölle, Grönland-Ambitionen, aggressive Handelspolitik. Viele Anleger fragen sich: Ist mein Portfolio mit hohem US-Exposure noch sicher? Sunrise Capital Fondsmanager Thomas Niss gibt in der neuesten Podcast-Folge eine differenzierte Antwort und räumt mit einigen Mythen auf. Wer grundsätzlich verstehen möchte, wie Investmentfonds und ihre Zusammensetzung funktionieren, findet in unserem Artikel was ein Aktienfonds ist und wie er funktioniert einen guten Einstieg.
Wie täuscht der Dollar Anleger über die wahre Performance ihrer Fonds hinweg?
„Das Währungsrisiko, das ich mir damit einkaufe, ist viel zu hoch", erklärt Thomas über traditionelle Weltaktienfonds mit 75 % US-Exposure. Was viele Anleger übersehen: Die hervorragende Performance dieser Produkte in den vergangenen Jahren hatte weniger mit der Aktienperformance zu tun als mit dem erstarkenden US-Dollar.
2025 zeigt die Kehrseite: Mit einer Dollar-Abwertung von rund 12 % gegenüber dem Euro verlieren Euro-Anleger automatisch Rendite – selbst wenn die US-Aktienmärkte steigen. „Das merkt man schon auch in der Performance, gerade wenn man in Finanzinstrumente investiert ist, die eben sehr US-Dollar lastig sind", betont Thomas. Genau diesen Mechanismus – und warum Fremdwährungsrisiko so gefährlich unterschätzt wird – beleuchten wir auch in unserem Vergleichsartikel zu Sunrise Standortfonds vs. MSCI World ETF.
Ist hohes US-Exposure dasselbe wie ein Fremdwährungskredit?
Thomas zieht einen provokanten Vergleich: „Das ist einfach ein Risiko, das wie ein Fremdwährungskredit fasst, muss man ganz klar sagen." Während niemand auf die Idee käme, sein Haus in US-Dollar zu finanzieren, halten viele Anleger 75 % ihres Portfolios in einer Fremdwährung.
Das Grundprinzip: In einer Währung anzulegen, in der man nicht sein Geld ausgibt, erhöht das Risiko unnötig. „Auch ein Unternehmen, das genau diese Situation hat, würde eher dann das Währungsrisiko aktiv hedgen", erklärt Thomas – was für Privatanleger aber aufgrund der hohen Kosten keine Option ist.
Wie schafft Sunrise mit nur 30 % US-Exposure trotzdem starke Renditen?
Die Sunrise-Fonds fahren bewusst nur rund 30 % US-Exposure und haben trotzdem „herausragende Ergebnisse erzielt in den letzten Jahren". Der Schlüssel liegt im Standortgedanken: Sunrise investiert dort in US-Unternehmen, wo es notwendig ist – vor allem Tech – setzt aber in anderen Sektoren konsequent auf europäische Alternativen:
- Grundnahrungsmittel: Europäische Hersteller mit lokalem Marktanteil
- Energie: Öl-, Gas- und Energieversorgungsunternehmen aus Europa
- Utilities: Lokale Infrastruktur-Anbieter
- Telekommunikation: Europäische Netzanbieter
„Warum soll ich in den amerikanischen Anbieter investieren? Das macht aus meiner Sicht auch keinen Sinn", fragt Thomas rhetorisch. Was genau hinter diesem Standort-Ansatz steckt und welche Rolle der Home Bias dabei spielt, erklärt unser Artikel zum Home Bias.
Warum bleibt Tech trotzdem amerikanisch – und ist das ein Problem?
Ehrlichkeit gehört zur Sunrise-Anlagephilosophie: „Im Technologiesektor ist unser gesamtes Portfolio oder ich würde mal sagen, wahrscheinlich auch 75 %, 80 % unseres Portfolios in US-Titel investiert."
Warum? Weil hier die Wertschöpfung tatsächlich in den USA stattfindet und Europa schlicht keine vergleichbaren Alternativen bietet. „Wir haben es in Europa einfach nicht auf die Reihe gebracht in den letzten Jahrzehnten", gibt Thomas unverblümt zu. Diese Demut gegenüber amerikanischer Innovationskraft verhindert aber nicht, in allen anderen Sektoren konsequent auf geografische Diversifikation zu setzen.
Sollten Anleger jetzt US-Positionen verkaufen – oder ist das ein Fehler?
Sollten Anleger jetzt ihre US-Positionen verkaufen? Thomas' Antwort ist ein klares Nein – mit Nuancen.
Seine Einschätzung zur Trump-Politik:
- Die Performance des Aktienmarkts ist für Trump extrem wichtig
- Die aggressive Kommunikation ist neu, die Politik dahinter oft nicht
- Strukturelle Herausforderungen (Arzneimittelpreise, Handelsbilanz) werden angegangen
- Ein schwächerer Dollar ist politisch gewollt
„Dass der amerikanische Aktienmarkt große Hits nimmt, aufgrund dieser Art und Weise, wie sich die amerikanische Politik momentan zeigt [...] sehe ich eigentlich keine Riesenherausforderung", beruhigt Thomas. Welche typischen Fehler Anleger in genau solchen Unsicherheitsphasen machen, beschreibt unser Artikel zu den häufigsten Fehlern beim Investieren.
Wie verzerren Medien das Bild der US-Politik – und was hilft dagegen?
Ein bemerkenswerter Tipp von Thomas: „Ich höre mir lieber die Rohdokumente an, wenn man so möchte." Seine Empfehlung: Die Trump-Rede in Davos im Original anhören statt gefiltert durch Zeitungskommentare. „Ich bin mir nicht so sicher, ob jeder das, was er dann im Nachhinein in den Zeitungen gelesen hat, dort wiederfinden würde", bemerkt er kritisch zur Medienberichterstattung.
Lesetipp: Für ein tieferes Verständnis der amerikanischen Politik empfiehlt Thomas „Hillbilly Elegy" von J.D. Vance – „ein einmaliger Einblick in die tatsächliche Gedankenwelt des inneren Kreises der amerikanischen heutigen Führungselite".
Was solltest du als Anleger jetzt konkret tun?
Thomas' Empfehlungen für Anleger:
- Kritisch prüfen: Wer 75 % US-Exposure hat, sollte sich das tatsächlich überlegen
- Währungsrisiko beachten: Besonders in Zeiten struktureller Dollar-Schwäche
- Nicht in Panik verfallen: Der US-Markt bleibt wichtig und innovativ
- Sektorweise denken: In Tech führt kaum ein Weg an den USA vorbei, in anderen Sektoren schon
- Keine Timing-Spiele: Politische Unsicherheit ist kein Verkaufsgrund
Wie gut eine klare Strategie in turbulenten Zeiten schützt, erklärt unser Artikel zur richtigen Sparquote und langfristigen Vermögensplanung.
Fazit: Geht es um Balance statt Extreme – und was bedeutet das für dein Portfolio?
„Ich glaube, was unser Produkt betrifft, wir haben eine sehr gute Balance, an die ich nach wie vor glaube", fasst Thomas zusammen. Diese Balance bedeutet: 30 % US-Exposure statt 75 %, Tech-Fokus auf Innovation, lokale Stärken in allen anderen Sektoren, Währungsrisiko minimieren ohne Hedging-Kosten.
In Zeiten politischer Unsicherheit und struktureller Dollar-Schwäche zahlt sich dieser ausgewogene Ansatz aus. US-Aktien gehören ins Portfolio – aber in der richtigen Dosis und mit Bewusstsein für das Währungsrisiko. Wer glaubt, der MSCI World sei „die Weisheit Schluss", sollte genauer hinschauen. Und wer den nächsten Schritt machen möchte: Der beste Zeitpunkt zum Investieren ist heute, nicht morgen – aber mit der richtigen Strategie.
Disclaimer / Risikohinweis
Wichtige Informationen:
Die in dieser Marketingmitteilung enthaltenen Informationen dienen ausschließlich Informationszwecken und stellen weder eine Anlageberatung noch eine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar, noch ist sie als Aufforderung anzusehen, ein Angebot zum Abschluss eines Vertrages über Wertpapierdienstleistungen oder -neben-dienstleistungen abzugeben. Da diese Mitteilung nicht die individuellen Ziele, die finanzielle Situation oder die besonderen Bedürfnisse des Empfängers beurteilt, ist es umso wichtiger diese Aspekte vor einer Investitionsentscheidung sorgfältig zu prüfen und gegebenenfalls unabhängigen fachlichen Rat einzuholen. Weiters sollten vor einer Investitionsentscheidung die relevanten Dokumente (Prospekt, Basisinformationsplatt - KID, Jahres- und Halbjahresbericht) sorgfältig gelesen werden. Der veröffentlichte Prospekt und das Basisinformationsblatt sind kostenlos in deutscher Sprache auf der Website https://www.iqam.com/de/fonds/?category=partnerfonds abrufbar. Sie enthalten detaillierte Informationen über Chancen und Risiken. Vergangene Wertentwicklungen sind keine Garantie für zukünftige Ergebnisse. Währungsschwankungen können die Gesamtrendite der ursprünglichen Anlage negativ beeinflussen.
Die Marke Sunrise wird von der Sunrise Securities GmbH bereitgestellt. Sunrise Securities GmbH übernimmt keine Gewähr.





